Schloss Hoensbroeck

Gehst du gerne auf Entdeckungstour?

Besichtigst du gerne Burgen und Schlösser?

Lässt du dich gerne vom alten Zeitgeist beeindrucken?

Dann habe ich hier einen super Tipp für dich! Mach dich doch mal auf den Weg nach Limburg und besichtige eines der größten Schlösser in den Niederlanden, das Schloss Hoensbroeck!

Schloss Hoensbroek © Limburg Tourismus


Das Schloss Hoensbroeck, limburgisch: Kesjtieel Gebrook, gilt als eines der ältesten Wasserschlösser in den Niederlanden und liegt in der Stadt Heerlen in Limburg. Es wurde in mehreren Bauphasen errichtet, doch von dem ursprünglichen Bau aus dem 13. Jahrhundert ist nur noch das Fundament erhalten. Der älteste Teil des Schlosses ist der runde Turm, der Donjon, welcher ca. 1360 gebaut wurde. Die heutige Form des Schlosses Hoensbroeck wurde im 17. Und 18. Jahrhundert fertig gestellt.

Früher, bis ins 18. Jahrhundert hinein, war das Wasserschloss der Hauptsitz des limburgischen Uradelsgeschlechtes, den van Hoensboecks. Heute ist das Schloss ein Museum und man kann die alten Zimmer mit den historischen Möbeln besichtigen. Ach und, im Herrenhaus, kann man auch heiraten! 😉 Doch bis es soweit ist, will ich dir hier einiges über das Schloss erzählen und los geht’s mit der Entstehungsgeschichte, die sich in fünf Phasen einteilen lässt.

1. Phase:

Um ca. 1250 begann der Bau des Schlosses. Auf dem Fundament befand sich damals ein Haus, umgeben von einem Innenhof und einem Verbindungstrakt des Herrenhauses. Das Kellergeschoss lag damals schon über dem Wasser und hatte keilförmige Schießscharten, mit denen man das Haus gegen einen Angriff verteidigen konnte. Auch einen runden Wachturm gab es wahrscheinlich damals schon, an der Ostecke der Anlage. Heute ist davon nur noch das Fundament übrig geblieben, auf dem man aber später das Schloss, wie es heute ist, errichtet hat.

2. Phase:

Ungefähr 1360 erweiterte man das feste Haus zum ersten mal, doch wer diesen Ausbau in Auftrag gegeben hat, ist bis heute ungeklärt. Jedenfalls wurde damals der runde, mittelalterlich Turm gebaut, der Donjon. Dieser diente zuerst als Wachturm,  hatte drei Meter dicke Mauern und war quasi uneinnehmbar! Später nutzte man ihn als Lagerplatz für wertvolle Gegenstände, denn er war der sicherste Teil des Schlosses. Am tiefsten Punkt des Turmes befindet sich ein Gefängnis, es zu besichtigen solltest du dir echt nicht entgehen lassen, denn es versprüht auch heute noch einen kalten Hauch und lässt einen erschaudern, spätestens wenn man die eiserne Zwangsjacke oder die zehn Zentimeter dicke Tür sieht!

3. Phase:

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde auf dem alten Fundament ein Turm aufgestellt. Er hatte die gleichen Maße wie der heutige Frontturm. Doch weil die Dokumentation einfach unzureichend ist, kann ich dir nicht sagen wer ihn erbaut hat. Aber sicher ist, dass das Schloss von zwei verschiedenen Familien bewohnt wurde, denn der Bau aus dem 13. und der aus dem 14. Jahrhundert wurden durch eine Trennlinie voneinander separiert, durch den Turm.

4. Phase:

1640 gab Aadrian van Hoensbroeck an Mathie Dousin den Auftrag das Schloss noch größer und prunkvoller ausbauen zu lassen. Kurz darauf begann auch die Errichtung der beiden Vorburgen mit den Wirtschaftsgebäuden. Dort befanden sich Ställe und Scheunen für die Schlosstiere und eine Brauerei.

Drei Jahre später begann man damit das Herrenhaus zu einer vierflügeligen Schlossanlage umzubauen. Um genug Raum für den Innenhof zu schaffen wurde das ursprüngliche Gebäude aus dem 13. Jahrhundert vollständig abgerissen. Daraufhin wurden der Torbau, der linke Frontturm, der Südostflügel, der Viereckturm an dessen Südecke und der Verbindungstrakt mit dem Bogengang auf der Rückseite des Hofs errichtet. Nach über 10 Jahren waren die Bauarbeiten beendet.

5. Phase

Nachdem der Nordwestflügel einstürzte, verlasse man einen großflächigen Modernisierungsumbau. Dieser wurde dann ca. 1720 auf seine heutigen Abmessungen (18×12 m) vergrößert und die Fassade wurde nach dem damaligen französischen Stil mit großen Fenstern versehen.

Die fünfte Phase war auch die letzte Bauphase, seitdem ist das Schloss nahezu unverändert geblieben und du kannst dir die Geschichte von über 500 Jahren Bauzeit live anschauen!


So, da du nun die Entstehungsgeschichte von Schloss Hoensbroeck kennst, will ich dir noch kurz erzählen, in welche Stilepochen man denn die Gebäude einordnen kann. Vielleicht bist du ja in so etwas auch interessiert. Nun denn, die heute noch erhaltenen Gebäude lassen sich im Wesentlichen in drei stilistische Epochen einteilen:

  • Mittelalter: Der Nordturm an der Westecke, der Donjon, wird in das Mittelalter eingeordnet. Die anderen Gebäudeteile aus dieser Epoche wurden entweder ganz abgerissen oder sehr stark verändert
  • Renaissance: Hierzu wird der linke Teil des Schlosses (Torbau, linker Frontturm, Südostflügel, Viereckturm an der Südecke, rückwärtiger Verbindungstrakt mit Kapelle) gezählt
  • Barock: Der Nordwestflügel und der rechte Frontturm werden in die Epoche des Barocks eingegliedert


Im weiteren Verlauf will ich dir noch berichten, was du dir auf gar keinen Fall entgehen lassen solltest!

  • Kelderkeuken

Der Küchenraum auf dem 18. Jahrhundert wird geschmückt von sechs imposanten Kreuzrippengewölben – sehr beeindruckend! Außerdem kannst du hier sehen wie man früher Gerichte am Feuer warm gemacht hat, in der Ecke neben dem Kamin nämlich.

  • Steynen Kammer im mittelalterlichen Turm

Hier kannst du die Schießscharte sehen und in einer anderen Ecke eine primitive altertümliche Toilette. Außerdem kannst du, wenn du nicht gerade fußfaul bist, die Spindeltreppe nehmen und den Bauteil aus dem 18. Jahrhundert besichtigen. Diese Spindeltreppe ist gerade mal 60 cm breit und sollte es dem Feind schwer machen mit großen Gerätschaften, wie Lanzen oder Speeren, in das Innere des Schlosses vorzudringen.

  • Zolder

Der Zolder, also der Dachboden ist ohne einen einzigen Nagel konstruiert worden, denn im 17. Jahrhundert baute man ausschließlich mit Verzapfungen. Doch keine Angst, hier ist es trotzdem sicher!

  • Groot salet
    Balzaal © Limburg Tourismus

Der groot salet ist der größte Raum des Flügels aus dem 17. Jahrhundert. Damals diente er als Esssaal, denn hier gibt es zwei Durchreichen. Die eine Durchreiche hat eine direkte Verbindung in die Küche, während die andere für das Reichen der Getränke gedacht war. Außerdem gibt es in diesem Raum ein…Achtung, Achtung…ein Kotzloch! Denn früher war es üblich sich so lange den Bauch mit allen möglichen Leckereiern vollzustopfen, bis diese eben wieder ‘raus wollten.

  • Capelle

Dieser Raum wurde zwar schon 1643 erbaut, doch er diente erst ab ca. 1720 als Kapelle. Hier konnten die Schlossbewohner ganz für sich sein.

  • Gaerdenhuys

Das Gartenhaus lädt heute zu einer kleinen Rast ein, denn von hier aus kannst du den kleinen süßen Schlossgarten sehen.


Also alle „Sehenswürdigkeiten“ des Schlosses hier aufzuzählen, würde einfach meinen Rahmen sprengen, deswegen rate ich dir, nimm dir viel Zeit mit und guck dir einfach das ganze Schloss an! Denn es transportiert immer noch das Gefühl der vergangenen Jahrhunderte und Stilepochen. Und alles im Schloss ist irgendwie besonders, ob es die Schlafgemache der Adligen oder die Schlafkammern der Bediensteten sind, die prunkvoll dekorierten Esszimmer (mit den Kotzlöchern :D) sind oder die Wendeltreppen…jeder Raum scheint eine Geschichte erzählen zu wollen.


Falls du deinen Schlossbesuch noch mit einem Ausflug kombinieren willst, findest du natürlich noch viel mehr Infos wie immer auf unserer Website
www.limburgtourismus.de. Über einen kleinen Bericht zum Schloss Hoensbroeck würden wir uns natürlich riesig freuen! 😉

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